„Auf Tuchfühlung- Gerechtigkeit und Frieden küssen sich“ -
eine Ausstellung in der St.-Andreas-Kirche zu 50 Jahre Misereor Hungertücher.
„Magisch“ – so eine Besucherin am Freitagabend beim Besuch der Ausstellung.
Das besondere Lichtspiel von Sonne und Kirchenfenstern erfasst immer wieder andere Hungertücher und setzt diese auf besondere Weise in Szene.
Die von Werner Heisterkamp gestaltete Ausstellung präsentiert die Hungertücher von Misereor, die zum großen Teil aus dem Besitz der Pfarrei kommen, auf eine beeindruckende Art und Weise.
Hier ein gespaltenes Holzkreuz auf ein Hungertuch gelegt, dort eine zerbrochene Aufhängung als Zeichen für eine Welt, die kaputt ist.
Symbole der Fastenzeit ergänzen die Ausstellung; sowie ein geschützter Raum für Stille und Gebet am Tabernakel.
Anliegen und Gebete können auf Friedenstauben geschrieben und an einen Olivenbaum gehängt werden.
Die Eröffnungsfeier am Freitagabend wurde von Wortgottesfeierleitenden des Liturgiekreises Velen vorbereitet und berührte mit Friedenstexten die Besucher. Das wunderbare Zusammenspiel von Leonie Minga, Violine und Luisa Rahn, Viola, setzte musikalische Akzente. Christian Hubert an der Orgel begleitete die Gemeindelieder.
Später haben die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung bei Traubensaft, Fladenbrot, Hummus, Oliven, Trauben und Datteln sich angeregt über die Hungertücher ausgetauscht.
Die Ausstellung wird am Samstagnachmittag, 28. März abgebaut und kann bis dahin zu den Öffnungszeiten der Kirche besucht werden.
Die Hungertuch-Idee entstammt einem alten, kirchlichen Brauch, der bis vor das Jahr 1000 n.Chr. zurückgeht. Die Tücher zeigten Bildmotive aus der Heilsgeschichte des Alten und Neuen Testaments. Einerseits verdeckten sie das heilige Geschehen am Altar, andererseits erzählten sie die biblischen Geschichten von der Schöpfung bis zur Wiederkunft Christi und stellten so als „Armenbibel“ der des Lesens meist unkundigen Gemeinde die Heilsgeschichte in Bildern vor Augen.
Das Hilfswerk Misereor hat 1976 die Tradition der Hungertücher wieder aufgegriffen und ihr eine weltweite Resonanz verschafft. Alle zwei Jahre wird ein neues Bild von engagierten Künstlerlinnen und Künstlern aus Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa gestaltet.
