Jugendpilgertour 2021/ 31 Jugendliche kamen in Köln an

Schwester Kathrin Vogt ist seit dem 1. August als Pastoralassistentin in unserer Gemeinde. Sofort nahm sie an der diesjährigen Jugendpilgertour teil: "Zu Fuß nach Köln." Ausgehend von Liedzeilen aus dem Pilger-Lied beschreibt sie hier ihre Eindrücke.

Wir sind verrückt, wir gehen zu Fuß nach Köln

Dass dachte ich mir auch, beim Start der Jugendpilgertour an der Velener Kirche. Mein zweiter Arbeitstag begann um 7 Uhr mit dem Rucksack auf den Schultern und geschnürten Wanderschuhen an den Füßen. Nach dem Reisesegen machten wir uns hochmotiviert auf den Weg, der uns in 7 Etappen nach Köln führen sollte. Bei den ersten Schritten machte ich mir Gedanken, ob ich auch wirklich alles eingepackt hatte, ob ich den Weg schaffen würde etc., aber schnell ergaben sich erste Gespräche und die Bedenken traten in den Hintergrund.

Wir sind verrückt als Pilger unterwegs…

Der erste Tag hatte es bereits in sich und nach strammen 31 km freute ich mich mit den anderen 30 Pilgern am Hallenbad von Wulfen angekommen zu sein. Nach der erfrischenden Dusche ging es weiter ins Pfarrheim und dort schlugen wir unser Luftmatratzenlager auf. Skeptisch schaute ich auf meine kleine gelbe Matte, die für die nächsten Tage mein Bett ersetzten würde. Mit skeptischem Blick betrachtete ich auch meine Füße, die den ersten Tag ganz gut verkraftet hatten. Nach dem selbstgekochten Essen, Spielen und Ausruhen endete der Tag mit einem Taizé Gebet. Schön, sich von den Liedern tragen zu lassen und bei dem Blick in die Kerzenflammen zur Ruhe zu kommen. Schön, den ersten Tag geschafft zu haben. Schön, sich auf der Luftmatratze auszustrecken. Aber „Aufstehen ist schön!“ als Wecklied um 6.30h ist dann doch evtl. nicht so schön… obwohl, ein Gute-Laune-Macher war das Lied auf jeden Fall. Flott alles einpacken und ab zum Morgengebet. Bei diesem wurde jeden Tag etwas mehr aus dem Leben von Johannes Daniel Falk und seiner Frau Caroline erzählt, für uns ein beeindruckendes Beispiel christlichen Lebens. Nach dem Frühstück ging es los zum Tagesziel Gladbeck.

Uns stören nicht Sonne nicht Regen nicht Wind…

Wir hatten bestes Pilgerwetter, bis auf den Platzregen auf dem Weg vom Freibad zur Unterkunft in Gladbeck, aber pilgern bei Sonnenschein kann ja jeder. Essen-Kupferdreh, Wuppertal, Wermelskirchen, Köln-Höhenhaus so hießen die folgenden Etappenziele. Ohne Frage ein strammes Programm. Meine Füße fingen am zweiten Tag an Blasen zu bilden und ich verstand am eigenen Leib den Spruch „Zähne zusammenbeißen“ nach jeder Pause plötzlich viel besser. Aber es heißt ja auch „Man muss sich erst einlaufen.“ Und das stimmt auch! Mit vielen guten Gesprächen, flotter Musik, motivierten Pilgern, einem unermüdlichen Verpflegungsteam und guter Laune schafften wir jede neue Etappe. Und so erreichten wir überglücklich und unter lautem Jubel den Kölner Dom. GESCHAFFT!

So lange wir mit IHM auf dem Weg sind.

Uff, ich hätte es nicht für möglich gehalten: Die Gastfreundschaft der Unterkünfte unterwegs, die Unterstände, die wir immer genau dann erreichten, wenn ein Regenschutt kam, den Einsatz von allen, damit die Tour gelingen konnte, die gute Stimmung, die 172 gelaufenen Kilometer. Aber auch die Momente der Stille und der Gemeinschaft, das Mittagsgebet im Essener Stadtpark (Foto links), die Fragen, die uns zu den Tagesthemen begleiteten und den Austausch beim Wandern darüber. Eben all die besonderen Momente, die man geschenkt bekommt, wenn man mit IHM auf dem Weg ist. Verrückt, nicht wahr?